Gast
Tobias Jost
Viele Menschen suchen nach dem einen Traumjob, dem einen perfekten Chef oder dem einen Unternehmen, das alles für sie regelt. Tobias Jost nennt es die harte Wahrheit: Niemand interessiert sich so sehr für deine Karriere wie du selbst. Genau deshalb beginnt Karriere nicht mit einer Bewerbung, sondern mit den richtigen Fragen an dich selbst.
Statt dich immer wieder zu fragen „Was will ich werden“, drehst du das Spiel um:
Wer möchtest du sein
Welche Eigenschaften sollen dir andere nachsagen
Was gibt dir Energie und was nimmt sie dir
Diese Fragen sind unbequem, weil sie kein schnelles Ja oder Nein erlauben. Aber genau darin liegt die Magie: Eine gute Frage arbeitet in dir weiter, auch wenn du gerade nicht aktiv nach einer Antwort suchst.

Tobias beschreibt zwei Typen:
Taucher vertiefen ein Thema über Jahre und werden darin immer besser
Scanner begeistern sich schnell, lernen intensiv, verlieren dann aber das Interesse und ziehen weiter
Wenn du dich oft fragst, warum dich ein Thema anfixt und später plötzlich kalt lässt, kann das ein Hinweis sein. Tobias selbst hat lange gebraucht, um zu verstehen, dass er nicht kaputt ist, sondern anders funktioniert.
Als Scanner hast du einen riesigen Vorteil: Anpassungsfähigkeit. Aber du brauchst einen Hebel, der dich in der Arbeitswelt sichtbar macht. Tobias nennt diesen Hebel Wirkungskompetenz. Gemeint ist: Du kannst mittelmäßig Experte sein und trotzdem wie ein Profi wirken, wenn du stark kommunizierst.
Sein Kernpunkt:
Kommunikation entscheidet, ob man dich ernst nimmt
Wortschatz beeinflusst, was du überhaupt denken und ausdrücken kannst
Mimik, Gestik und Auftreten machen aus Wissen Wirkung
Wenn du Karriere machen willst, ist das eine gute Nachricht: Du musst nicht der beste Fachmensch im Raum sein. Du musst lernen, dich klar auszudrücken und Themen zu führen.
Im Silicon Valley hat Tobias ein Modell kennengelernt, das dir hilft, dich selbst einzuordnen:
Kommando geht in die Wüste und sucht Wasser
Soldaten bauen die Straße dorthin
Polizisten achten darauf, dass Regeln eingehalten werden
Frag dich ehrlich:
Brauchst du Sicherheit oder Selbstbestimmtheit
Funktionierst du unter Weisung oder blockierst du dann
Willst du führen oder willst du frei arbeiten
Tobias sieht sich klar als selbstständig, aber nicht als klassischer Unternehmer. Er liebt ein Remote Setup, klare Ergebnisse und wenig Show im Alltag.
Tobias erste große Station als Gründer war ein Obstkorb Abo für Büros. Die Idee klang logisch: gesündere Mitarbeitende, mehr Produktivität, dazu steuerliche Vorteile. Trotzdem kam erst einmal nur Ablehnung.
Er erlebt etwas, das fast jeder unterschätzt:
Du kannst ein gutes Produkt haben und trotzdem interessiert es anfangs niemanden.
Gründe dafür waren banal und brutal:
Firmen hatten schon Anbieter
Office Management machte es selbst, wegen Anerkennung und bezahlter Zeit
Das Produkt war austauschbar, eine Banane bleibt eine Banane
Er hat nicht optimiert, er hat gehandelt. Dinge, die sich unangenehm anfühlen, aber funktionieren können:
Kalt anrufen, obwohl er introvertiert ist
In Büros klingeln und Proben bringen
Feldbeobachtung im echten Leben, statt nur am Rechner zu planen
Und dann kommt der Wendepunkt.
Tobias steht früh morgens mit einem Obstkorb vor einem Radiosender in München. Der Moderator erwähnt ihn mehrfach in der Sendung. Kurz darauf kommen die ersten Kundinnen und Kunden. Später wird Tobias sogar live ins Studio geholt, während die Stadt im Verkehrschaos steckt.
Da erkennt er sein echtes Alleinstellungsmerkmal:
Nicht nur gesund, sondern cool.
Das Obst wird zum Lifestyle Signal, weil es in Verbindung mit bekannten Persönlichkeiten und Reichweite steht. Genau das macht aus einem austauschbaren Produkt eine Marke.
Er spricht offen über die Schattenseite:
körperliche Schwerstarbeit
Dauerstress vor dem Hauptauslieferungstag
Chaos mit Fahrern und Flotte
private Einschnitte und Beziehungskrise
Was du daraus mitnehmen kannst, wenn du Karriere machen willst:
Dranbleiben ist keine Floskel. Es ist ein Wettbewerbsvorteil, weil die meisten zu früh aufgeben.
Wenn der Markt grundsätzlich existiert, ist es oft keine Frage ob, sondern wie lange du durchhältst.
Tobias hatte Proof durch bestehende Anbieter. Der Engpass war Ausdauer, Positionierung und Sichtbarkeit.
Aus einem Problem entsteht die zweite Firma: Tobias und sein Team wollten Entwickler finden, um Ideen umzusetzen. Sie entdecken Hackathons, bauen eigene Events auf und veranstalten später riesige Formate mit hunderten Teilnehmenden.
Aus dieser Szene entsteht eine Plattform Idee: eine Suche für Hackathons. Dadurch gewinnen sie Vertrauen in der Entwickler Community und werden für Firmen spannend.
Irgendwann fragen Unternehmen nicht mehr nur nach Sponsoring, sondern nach Lösungen.
So startet Hacker Bay als Brücke:
Firmen mit schwerer technischer Aufgabe
Passende Entwickler aus der Community
Umsetzung als Projektgeschäft
Sie gewinnen früh Namen wie Twitter, Facebook und Microsoft als Kunden.
Der bekannteste Moment ist wild: Ein Mitgründer findet eine Sicherheitslücke auf der Webseite eines Investors, setzt das Passwort zurück und nutzt genau das als Gesprächseinstieg. Der Investor feiert den Move und kurz darauf sitzt das Team im Silicon Valley.
Wichtig ist weniger der Stunt, sondern das Prinzip dahinter:
Auffallen ist Teil des Spiels, wenn du in einer Welt um Aufmerksamkeit konkurrierst.
Er sagt, das Wichtigste im Funding ist Storytelling.
Amerikanische Gründer schaffen es, Vision zu verkaufen und groß zu denken. Deutsche erzählen oft nur, was schon da ist, statt wohin es gehen soll.
Ein weiterer Unterschied ist die Risikokultur:
Deutschland optimiert im bestehenden System
USA versucht den Kuchen größer zu machen
Investoren streuen bewusster, weil ein großer Treffer alles trägt
Tobias fühlt sich wohler, wenn ab Tag eins Wert entsteht und Umsatz möglich ist. Dieses Händler Gen passt für ihn besser als hypothetische Zukunftsbewertung. Deshalb zieht er irgendwann die Reißleine und fokussiert auf ein Modell, das zu seinem Naturell passt.
Tobias hat geführt, eingestellt und entwickelt. Gleichzeitig sieht er, wie viele Angestellte in ungesunde Abhängigkeit rutschen und hoffen, dass irgendwer ihre Karriere rettet. Sein Ziel ist ein Impuls, der Mut macht, Dinge anzusprechen.
Der Effekt ist oft nicht ein einzelner Trick, sondern ein Mindset Shift:
Du weißt vieles schon. Aber du brauchst manchmal den Moment, in dem der Groschen fällt.
Tobias beschreibt sich als eher introvertiert. Öffentlichkeit kostet Energie. Aber vor der Kamera ist er allein, deshalb funktioniert das Format für ihn. Auf einer Bühne mit Publikum hat er dagegen massives Lampenfieber.
Das ist wichtig für dich:
Du musst nicht extrovertiert sein, um sichtbar zu werden. Du brauchst ein Format, das zu dir passt.
Tobias sagt: Aufmerksamkeit funktioniert auf zwei Arten.
Du erfüllst ein Klischee
Du brichst ein Klischee
Sein eigener Erfolg kam auch daher, dass er Karriere anders präsentiert hat als das klassische, steife Bild.
Sein Modell ist klar: Die Community soll nicht zahlen. Er finanziert über Kooperationen mit Arbeitgebern, zeigt Einblicke hinter die Kulissen und wird als Werbefläche gebucht. Das ist Projektgeschäft mit Festpreis, ohne Vermittlungsprovision.
Das Buch Mission Traumjob entsteht mit Ghostwriter. Tobias hat rund 15 Stunden Interview geführt, daraus wurde seine Geschichte im passenden Ton geformt. Er wollte einen niedrigen Preis, um keine Hürde für die Community zu bauen.
Der erste Satz im Gespräch
Starte nicht passiv. Geh mit einer Frage rein:
Was hat Sie an meiner Bewerbung überzeugt, dass Sie mich einladen
Das primt positiv und zeigt dir, worauf die andere Seite Wert legt.
Mehr Gehalt ohne Bettelmodus
Frag nicht nach mehr Geld. Frag nach dem Weg:
Was muss ich tun, um x Prozent mehr Gehalt zu bekommen
So bekommst du einen Fahrplan und machst Leistung messbar.
Kommunikation als Karriere Multiplikator
Wenn du nur eine Sache wirklich trainierst, dann diese:
klar sprechen
besser zuhören
Wortschatz ausbauen
Auftreten bewusst gestalten
Karriere machen bedeutet nicht, den perfekten Plan zu finden. Es bedeutet, dich selbst besser zu verstehen, klar zu kommunizieren und die Verantwortung nicht abzugeben. Tobias Weg zeigt: Egal ob Obstkörbe, Tech Startup oder Creator Business, am Ende gewinnt, wer Wirkung erzeugt, dranbleibt und mutig sichtbar wird.
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