Gast
Julien Backhaus
Schon früh war für Julien klar: Er wollte sein eigener Chef sein. Aufgewachsen auf einem Bauernhof, erlebte er von klein auf, was Selbstständigkeit bedeutet. Als Kind spielte er mit Freunden „Firma gründen“, entwarf Fantasiebanken samt eigener Banknoten und saugte alles rund um Wirtschaft und Medien auf.
Bereits mit elf Jahren las er Wirtschaftszeitungen, analysierte Fernsehprogramme und schrieb Kommentare für Schüler- und Regionalzeitungen. Eine klassische Medienkarriere blieb ihm jedoch verwehrt: Schlechte Noten, keine Ausbildung in der Branche. Stattdessen entschied er sich für den Quereinstieg.
Mit 18 gründete er eine Agentur und lernte das Verlagsgeschäft autodidaktisch kennen. Stundenlange Telefonate, Eigenrecherche und jede Menge Beharrlichkeit brachten ihm das nötige Wissen. Mit 24 veröffentlichte er seine erste eigene Zeitschrift das Sachwert Magazin. Heute gehören unter anderem Wirtschaft TV, das Erfolg Magazin und das Business Street Magazin zu seinem Portfolio.

Julien Backhaus ermutigt junge Menschen zur Gründung, stellt aber auch klar: Der Weg ist hart, vor allem am Anfang. Seine wichtigste Botschaft: Dranbleiben.
Viele scheitern nicht am Geschäftsmodell, sondern an Selbstzweifeln und äußeren Meinungen. Gerade in jungen Jahren ist die Gefahr groß, sich von Kritik und Gruppenmeinungen abbringen zu lassen. Juliens Rat:
„Verschreib dich deinem Projekt für mindestens drei Jahre. Egal was kommt.“
Die Selbstständigkeit erfordert Opfer. Während andere feiern gehen, sitzt man über Ideen, Strukturen und Geschäftsplänen. Doch wenn man für sein Thema brennt, ist das kein Verzicht sondern ein Geschenk.
Eine spannende Erkenntnis von Julien: Viele alte Freundschaften überleben die unternehmerische Reise nicht.
Nicht, weil man sie bewusst beendet, sondern weil man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Gespräche mit Menschen, die ganz anders denken und leben, fühlen sich irgendwann nicht mehr bereichernd an.
„Ich wollte lieber ein selbstständiger Mensch unter der Brücke sein als ein Angestellter mit schicker Wohnung.“
Julien spricht offen darüber, dass er sich von einem mittelmäßigen Umfeld gelöst hat. Für ihn bedeutet Mittelmaß nicht, wenig Geld zu verdienen, sondern sich in einem Leben einzurichten, das keine Spuren hinterlässt.
Er will aus seinem Leben ein Kunstwerk machen. Nicht aus Ego, sondern aus dem Wunsch, etwas zu hinterlassen, das inspiriert.
Im Gespräch mit Christoph Lindemann wird deutlich: Es geht Julien nicht ums schnelle Geld. Es geht um Wirkung. Um den Beitrag, den man zur Welt leistet.
Ein Mensch, der seinen Ort verändert, seine Familie prägt oder anderen durch Inhalte Mut macht, kann ebenso erfolgreich sein wie ein Großunternehmer.
“Erfolg ist nicht nur wirtschaftlich. Auch ein Dalai Lama ist erfolgreich ganz ohne Gehalt.”
Dabei betont Julien: Geld ist nicht schlecht. Im Gegenteil. Es bringt Freiheit, Möglichkeiten und im Ernstfall sogar das Leben eines geliebten Menschen retten. Aber es darf nicht das einzige Ziel sein.
Julien Backhaus kennt die Medienwelt wie kaum ein anderer. Doch trotz oder gerade wegen seiner Erfahrung warnt er eindringlich vor den Gefahren unreflektierten Medienkonsums.
„Medien sind gefährlich, wenn sie auf Unwissenheit treffen.“
Viele Menschen lassen Informationen ungefiltert auf sich wirken. Genau das ist ein großer Fehler. Medien beeinflussen unser Denken, formen unsere Weltanschauung und können uns in extreme Richtungen lenken. Wer keinen kritischen Filter entwickelt, wird schnell zum Spielball der Meinungsmacher.
Klare Antwort von Julien: Nein. Jeder Medienkanal ist auf seine Art gefärbt. Ob linke Tageszeitung oder wirtschaftsliberales Wirtschaftsmagazin, es gibt keine vollkommen neutrale Berichterstattung.
Selbst Nachrichtenagenturen wie die DPA, die Meldungen ohne Wertung liefern sollen, bleiben nicht gänzlich objektiv. Schon die Auswahl, welche Informationen veröffentlicht werden, ist eine Form der Wertung.
Ein Beispiel
Zwei Zeitungen berichten über denselben politischen Vorfall. Die eine betont das Versagen der Regierung, die andere hebt hervor, was gut funktioniert hat. Die Fakten sind gleich, die Geschichte ist eine andere.
Julien Backhaus plädiert für bewussten Medienkonsum. Seine tägliche Routine: mehrere Tageszeitungen lesen, darunter Handelsblatt, Bild und Welt. Dabei vergleicht er Inhalte und stellt sich immer die Frage, was an einer Meldung möglicherweise nicht stimmt.
Sein Tipp
Stelle bei jeder Information folgende Fragen
Könnte hier etwas fehlen
Welche Interessen stehen hinter dieser Darstellung
Welche andere Sichtweise gibt es
Er rät besonders bei Meinungsartikeln oder Kommentaren zur Vorsicht. Dort wird oft subtil manipuliert, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.
Julien und Christoph sind sich einig. Nicht die Medien allein sind das Problem, sondern der unkritische Leser. Medienhäuser reagieren auf Nachfrage. Wenn negative Schlagzeilen besser verkauft werden, dann wird genau das produziert.
„80 Prozent der Schlagzeilen müssen negativ sein, sonst kauft keiner die Zeitung.“
Unsere Psyche reagiert stärker auf Gefahr als auf Positives. Das liegt nicht an einer dunklen Verschwörung, sondern an der menschlichen Natur. Wer sich dessen bewusst ist, kann bewusster konsumieren.
Julien Backhaus bezieht klar Stellung zum Wirtschaftssystem. Für ihn ist Kapitalismus das einzige Modell, das echten Fortschritt ermöglicht.
Warum
Jeder kann starten, auch ohne Startkapital oder Vorbildung
Wettbewerb fördert Fortschritt und Innovation
Leistung wird belohnt, nicht begrenzt
Kritik am Kapitalismus kontert Julien mit einem starken Argument. Monopole sind nie von Dauer. Unternehmen, die sich ausruhen, verschwinden wieder vom Markt. Beispiele wie Nokia oder Kodak zeigen, wie schnell Marktführer überholt werden können.
Gleichzeitig entstehen neue Marken wie Fritz Cola, die mit Qualität und klarem Konzept große Marktanteile gewinnen.
Zum Schluss wird deutlich. Julien Backhaus ist kein Gegner von Medien, sondern ein Befürworter von Verantwortung auf beiden Seiten.
Medien sollten sich ihrer Wirkung bewusst sein
Leser sollten kritisch und informiert konsumieren
Unternehmer sollten sich nicht einschüchtern lassen
„Du musst nicht morgen der Marktführer sein. Fang an, werde besser und bleib dran.“
Julien Backhaus betont, wie entscheidend es ist, spitz in den Markt zu gehen. Wer versucht, ein riesiges Monopol zu schlagen, wird schnell überfordert. Aber wer eine Nische findet und diese besser macht als alle anderen, hat eine echte Chance.
Ein Beispiel:
Google war nicht der erste Suchmaschinenanbieter. Doch Google war schneller, klarer und besser. Genau das ist die Lektion: Konzentriere dich auf eine Sache, mach sie besser als alle anderen und baue darauf Stück für Stück auf.
Julien kritisiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland deutlich. Für ihn liegt ein zentrales Problem in der Überregulierung. Zu viel Bürokratie, zu wenig Freiraum. Gründer verlieren sich in Formularen, Paragraphen und Vorschriften, statt einfach loslegen zu können.
„Deutschland ist wirtschaftlich groß geworden, weil man Unternehmen damals machen ließ. Heute ersticken wir uns selbst an Regeln.“
Die Lösung liegt aus seiner Sicht nicht in mehr Förderung, sondern in der Befreiung von Hindernissen. Unternehmer brauchen nicht mehr Kontrolle, sondern mehr Freiheit.
Julien und Christoph sprechen offen darüber, wie schlecht viele auf die Praxis vorbereitet sind. In der Schule lernt man keine Buchhaltung, keine Steuergrundlagen, keine Unternehmensführung. Wer sich selbstständig machen will, steht oft allein da.
Der Schlüssel liegt im Selbststudium. Bücher, Seminare, Erfahrungsberichte, all das ersetzt das, was das Bildungssystem nicht leistet. Lesen ist dabei für Julien ein zentraler Baustein.
Julien nennt drei Bücher, die ihn selbst stark geprägt haben und die er jedem Unternehmer empfiehlt:
Rich Dad, Poor Dad
Eine Einführung in finanzielles Denken und den Unterschied zwischen Angestellten und Unternehmern.
Ziele von Brian Tracy
Ein Arbeitsbuch zur Zielsetzung, Planung und Umsetzung. Julien lernte dadurch, große Ziele auf tägliche Aufgaben herunterzubrechen.
Wie man Freunde gewinnt von Dale Carnegie
Für zwischenmenschliche Kompetenz, Kommunikation und Verhandlungsgeschick, wichtige Werkzeuge für jeden Unternehmer.
Julien hat über 500 sehr erfolgreiche Persönlichkeiten interviewt. Dabei sind ihm drei Merkmale besonders aufgefallen:
Sie sind auf dem richtigen Spielfeld.
Menschen, die lieben was sie tun, werden durch ihre Arbeit nicht ausgelaugt, sondern energetisiert.
Sie treffen unumstößliche Entscheidungen.
Kein „Ich versuch’s mal“, sondern ein glasklares Ja zum Ziel, ohne Ausreden, ohne Hintertür.
Sie sind bereit zu scheitern.
Mut, Fehltritte zuzulassen, öffentlich zu scheitern und trotzdem weiterzumachen, ist ein wesentliches Erfolgsmerkmal.
Für Julien ist Geld nicht das Ziel, aber ein Mittel. Es ist Ausdruck von Wertschätzung und Leistungsfähigkeit. Wer 2000 Euro verdient, bewertet sich oft selbst nur auf diesem Niveau.
„Geld ist Belohnung für deinen Beitrag. Je mehr Menschen du erreichst, desto mehr kannst du verdienen.“
Wer Verantwortung für seine finanzielle Situation übernimmt, kann sie auch verändern. Der erste Schritt: Anzuerkennen, dass man sich sein Einkommen durch bisherige Entscheidungen selbst gebaut hat.
Julien sieht keinen großen Unterschied zwischen dem Aufbau einer Marke oder einer Personenmarke. Menschen reagieren jedoch schneller auf Menschen. Deshalb ist es oft einfacher, über die eigene Persönlichkeit Sichtbarkeit zu schaffen.
Ob Haribo oder Personal Coach:
Was zählt, ist klare Kommunikation und Präsenz. Wer nicht sichtbar ist, kann nicht erfolgreich sein.
Julien teilt persönliche Eindrücke aus Gesprächen mit bekannten Persönlichkeiten:
Donald Trump: Groß denken ohne Limit.
Arnold Schwarzenegger: Erfolgreich durch das Brechen gesellschaftlicher Regeln.
Die Geissens: Beeindruckende Langzeitbeziehung mit starker geschäftlicher Verbindung.
Reinhold Messner: Arbeit mit Leidenschaft liefert Energie zurück.
Carsten Maschmeyer: Geld ist Energie und Ausdruck von Selbstwert.
Ein Buch allein reicht nicht. Es muss in die Welt getragen werden. Julien erklärt, wie Bestseller entstehen:
Sichtbarkeit durch prominente Empfehlungen
Wiederholung durch verschiedene Kanäle
Herdeneffekt: Alle sprechen darüber, also will jeder es lesen
„Ein gutes Buch ist nicht automatisch erfolgreich. Du musst Menschen dazu bringen, darüber zu sprechen.“
Julien Backhaus versteht es, mediale Aufmerksamkeit gezielt einzusetzen. Er betont, dass nicht jeder Beitrag geplant provokativ ist. Oft reicht es schon, eine klare Meinung zu äußern, um in der heutigen Medienwelt als polarisierend zu gelten.
Besonders in sozialen Medien werden klare Aussagen stärker verbreitet, weil sie Diskussionen anregen. Julien selbst sagt über sich, dass er zu 80 Prozent normale Inhalte teilt. Die restlichen 20 Prozent jedoch bleiben im Kopf, weil sie eine klare Kante zeigen. Genau das schafft Aufmerksamkeit.
Ein Beispiel ist sein TV-Auftritt in einem Privatjet. Für viele wirkte das wie gezielte Provokation. Doch Julien erklärt, dass Innovation gerade im Bereich der Luftfahrt oft dort beginnt, wo finanziell Spielraum für Experimente ist. Privatjets sind Testplattformen für grüne Technologien.
„Wir fliegen heute so grün wie noch nie. Das liegt daran, dass der Markt regelmäßig mit Geld gefüttert wird.“
Solche Aussagen polarisieren. Doch sie basieren auf Wissen und einer Perspektive, die vielen fehlt. Und genau deshalb sind sie wichtig.
Auf die Frage, welche Botschaft er den Zuhörern mitgeben würde, kommt Juliens Antwort ohne Zögern:
Mehr lesen.
Nicht, weil es schöner klingt, sondern weil Lesen tieferes Denken fördert. Für ihn ist Lesen ein Werkzeug für Selbstverantwortung, Weiterbildung und Zukunftsgestaltung. Erfolgreiche Menschen lesen. Nicht, um sich zu unterhalten, sondern um zu wachsen.
Das Unternehmertum hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während früher technisches Know-how und Kapital Zugangsvoraussetzungen waren, zählt heute vor allem Schnelligkeit, Kreativität und Ideenbesitz. Dank künstlicher Intelligenz und Automatisierung können viele Aufgaben ausgelagert werden. Der Mensch wird zum Lenker, nicht mehr zum Arbeiter.
„Die kreative Idee und ihre Umsetzung wird zur wichtigsten Fähigkeit der Zukunft.“
Gleichzeitig wird Unternehmertum für viele zugänglich. Kleine, unabhängige Geschäftsmodelle entstehen überall. Vielleicht bewegt sich die Welt zurück zu einer Art modernem Tauschhandel mit digitalen Mitteln.
Julien reflektiert auch eigene Irrtümer. Einer seiner größten Denkfehler war die Haltung, Dinge auszusitzen. Doch Zeit kostet Chancen. Die Fähigkeit, schnelle Entscheidungen zu treffen und ins Handeln zu kommen, ist für ihn heute entscheidend. Lieber früh scheitern als nie beginnen.
In seinen Büchern arbeitet Julien gerne mit Zitaten anderer Persönlichkeiten. Das hat mehrere Vorteile:
Es untermauert die eigene Position mit Fachwissen
Es schafft Vertrauen beim Leser
Es sorgt dafür, dass diese Menschen selbst Teil der Verbreitung werden
Ein kluger Nebeneffekt, aber nicht der Hauptgrund. Für Julien zählt in erster Linie Qualität und Relevanz. Stimmen, die etwas beizutragen haben, sollen Gehör finden.
Aus über 500 Interviews mit Millionären und bekannten Persönlichkeiten zieht Julien folgende Schlüsse:
Sie tun, was sie lieben
Sie treffen klare, nicht verhandelbare Entscheidungen
Sie sind bereit zu scheitern und neu zu starten
Sie interessieren sich nicht für äußere Bewertungen
Sie bleiben ihrer Vision treu
Erfolg beginnt also nicht mit Strategie, sondern mit innerer Klarheit.
Zum Abschluss bekommt Julien die Frage gestellt, was ihm am Unternehmertum wirklich Freude macht. Seine Antwort:
„Das Schaffen macht mich glücklich.“
Ein neues Projekt, ein sichtbares Ergebnis, etwas erschaffen, das bleibt. Das ist sein Antrieb. Und mit seiner abschließenden Frage an den nächsten Gast zeigt sich auch sein Glauben an die Rolle von Unternehmern in der Welt:
„Glaubst du, dass Unternehmer tatsächlich die Welt retten können?“
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