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Alexander Meyer: BVB-Torwart und Cafe-Gründer

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Alexander Meyer

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Alexander Meyer: Wie ein BVB-Torwart zwölf Jahre auf seinen Traum wartete und nebenbei Unternehmer wurde

Mit 26 gelten Fußballer als gescheitert. Genau in diesem Alter unterschrieb Alexander Meyer seinen ersten Profivertrag. Heute steht er als Nummer 33 im Tor von Borussia Dortmund, hat Champions-League-Luft geschnuppert und führt nebenbei ein Restaurant, das er mitten in der Corona-Pandemie gegründet hat und das heute komplett ohne ihn läuft. Wer wissen will, wie sich echtes Durchhaltevermögen anfühlt, bekommt in dieser Episode ein Lehrstück.

 

Wer ist Alexander Meyer?

Alexander Meyer, 35, ist Torhüter bei Borussia Dortmund und einer der ungewöhnlichsten Werdegänge im deutschen Profifußball. Geboren in Bad Oldesloe, spielte er in der Jugend beim Hamburger SV, seinem Herzensverein. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten. Zwölf Jahre lang. Zwei ausgekugelte Schultern, ein Knorpelschaden im Knie, später ein Kreuzbandriss beim VfB Stuttgart. Statt Bundesliga hieß es zunächst Regionalliga bei Havelse und Energie Cottbus.

Während der langen Reha-Zeiten machte Meyer sein Abitur und die Torwarttrainer-Ausbildung. Plan B als Prinzip. Seinen ersten Profivertrag unterschrieb er mit 26, seine ersten Profispiele machte er mit 28 bei Jahn Regensburg. Dort wurde er zur Nummer eins und zum gefeierten Elfmetertöter: sieben von 19 Elfmetern parierte er im DFB-Pokal. 2022 holte ihn Borussia Dortmund. Mit 31 gab er sein Champions-League-Debüt gegen Kopenhagen, zu Null und mit Freudentränen bei der Hymne. 2024 stand er im Kader des Champions-League-Finales gegen Real Madrid in Wembley.

 

Der späte Durchbruch: Warum Durchhalten das größere Talent ist

Christoph bringt es im Gespräch auf den Punkt: Meyer ist der lebende Beweis dafür, dass Dranbleiben am Ende gewinnt. Zwölf Jahre lang arbeitete er auf einen Moment hin, ohne jede Garantie, dass er je kommt. Für Unternehmer ist das die vielleicht wichtigste Lektion der ganzen Folge.

„Dass ich immer drangeblieben bin, dass ich an mich geglaubt habe, auch wenn es sehr, sehr schwierig war. Ich bin echt durch viele Täler gegangen“, sagt Meyer, als er über den Moment spricht, auf den er am meisten stolz ist. Wer sich für Comebacks nach dem tiefsten Punkt interessiert, findet in der Episode darüber, wie ein Comeback nach dem absoluten Tiefpunkt gelingt, eine starke Ergänzung.

 

Plan B macht Plan A mutig

Meyers vielleicht wertvollster Gedanke: Ein solides Sicherheitsnetz nimmt dir nicht den Mut, sondern gibt ihn dir. Weil er wusste, dass er mit Abitur und Trainerschein aufgefangen ist, konnte er im Tor und später als Gründer volles Risiko gehen. Das ist keine Ausrede fürs Zögern, sondern das Fundament fürs Angreifen.

 

Fokus auf das Beeinflussbare: Meyers mentales Betriebssystem

Schon früh, lange bevor das im Fußball normal war, begann Meyer mit einem Mentaltrainer zu arbeiten. Sein Mentor Jan begleitet ihn bis heute. Das Kernprinzip ist so einfach wie brutal ehrlich: Konzentriere dich ausschließlich auf das, was du selbst in der Hand hast. Alles andere kostet nur Kraft.

„Viele Dinge kann man gar nicht beeinflussen, sei es der Markt, die Zinsen, die Nachfrage. Aber wenn man sich auf sein Produkt fokussiert oder auf sein Team, die richtigen Leute zu haben, das kann man beeinflussen“, sagt Meyer. Wer diesen Muskel unter maximalem Druck trainieren will, sollte sich anhören, wie man mentale Stärke im Leistungssport aufbaut.

Für Meyer ist das kein Sport-Thema, sondern ein Lebensthema. Als er verletzt war, war das Einzige, was er beeinflussen konnte, die Reha so gut wie möglich durchzuziehen. Als Gründer war es dasselbe: Corona konnte er nicht steuern, das eigene Produkt und das eigene Team schon.

 

Die Kunst der Nummer zwei

Bei Borussia Dortmund ist Meyer meist die Nummer zwei hinter Gregor Kobel. Jeden Tag Vollgas trainieren für ein Spiel, das vielleicht nie kommt. Für die meisten Menschen wäre das Gift für die Motivation. Meyer hat daraus eine Philosophie der Selbstführung gemacht.

„Ich hatte eine neue Rolle, Nummer zwei zu sein. Trotzdem motiviert zu bleiben, dranzubleiben. Ich konnte ja nicht beeinflussen, ob der andere sich verletzt“, erzählt er. Die Antwort ist wieder dieselbe: das eigene Niveau halten, jeden Tag, unabhängig vom Ergebnis.

 

Gründung im Corona-Sturm: Das Café OFFSID3

Anfang 2020 gründete Meyer mit seinen damaligen Jahn-Kollegen Tim Knipping und Alexander Weidinger eine GmbH und übernahm ein Café in der Regensburger Altstadt. Sechs Wochen später machte Deutschland dicht. Aus dem Café Offside wurde das heutige OFFSID3, ein Restaurant, Café und Bar mit Mezze-Fusion-Küche.

„Der schlechteste Zeitpunkt, ein Café oder ein Unternehmen in Richtung Gastronomie zu gründen, war wahrscheinlich der erste Corona-Lockdown“, gibt Meyer offen zu. Und trotzdem: „Ich hatte keinerlei Erfahrung im Bereich Gastronomie oder Unternehmertum. Aber ich habe es einfach gemacht.“ Wie man in dieser knallharten Branche trotz Krisen überlebt, zeigt auch die Episode darüber, wie man in der Gastronomie trotz Rückschlägen ein Business aufbaut.

Der berühmteste Moment dieser Doppelrolle: Der Anruf von Borussia Dortmund erreichte Meyer im Parkhaus eines Baumarkts, wo er gerade Teile für sein Café besorgte. Während andere Profis im Lockdown auf der Playstation saßen, stand er in der Werkzeugabteilung und baute ein Unternehmen auf.

 

Loslassen lernen: Ein Restaurant, das ohne den Gründer läuft

Das eigentlich Beeindruckende ist nicht die Gründung, sondern was danach kam. Seit 2022 führt ein angestellter Geschäftsführer das OFFSID3 operativ, komplett ohne die Fußballer im Tagesgeschäft. Meyer und seine Partner sind Gesellschafter, nicht Bauchladen-Betreiber. 2025 kam die Catering-GmbH dazu, ein Online-Shop ist in Vorbereitung.

Loslassen ist für die meisten Gründer das Schwerste überhaupt. Meyer hat es aus der Not heraus gelernt, weil er als Vollzeit-Profi gar keine andere Wahl hatte. Wer den nächsten Schritt gehen und ein Unternehmen mit klaren Prozessen skalieren will, findet in dieser Folge das perfekte Anschlussthema.

 

Die wichtigsten Learnings aus dieser Episode

Erstens: Durchhalten schlägt Talent. Zwölf Jahre ohne Garantie, dann der Durchbruch. Wer zu früh aufgibt, verpasst genau den Moment, für den er so lange gearbeitet hat.

Zweitens: Fokussiere dich radikal auf das Beeinflussbare. Markt, Zinsen, Verletzungen, Pandemien, all das liegt außerhalb deiner Kontrolle. Deine Vorbereitung, dein Produkt, dein Team liegen drin.

Drittens: Ein Plan B nimmt dir nicht den Mut, er gibt ihn dir. Abitur und Trainerschein waren Meyers Sicherheitsnetz und genau deshalb konnte er im Tor Risiko gehen.

Viertens: Baue dein Unternehmen so, dass es ohne dich läuft. Ein Geschäftsführer, dem du blind vertraust, ist mehr wert als ständige Kontrolle. Delegation ist kein Kontrollverlust, sondern das Ziel.

 

Fazit

Alexander Meyer erzählt keine Hochglanz-Karriere, sondern eine Geschichte aus Tälern, Comebacks und einer guten Portion Sturheit. Genau das macht sie so wertvoll für alle, die etwas aufbauen wollen. Es kommt nicht auf den schnellen Erfolg an, sondern auf das Durchhalten, im Sport wie im Unternehmertum. Hör dir die ganze Episode an und nimm dir den Satz mit, mit dem Meyer selbst durch die schweren Jahre gegangen ist: dranbleiben und an sich glauben, auch wenn es keiner sonst tut.

 

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