Gast
Alexander Schmid
8.000 Immobilienprofis in einem Netzwerk. 18.000 Newsletter-Abonnenten. 20 bis 30 Standorte im DACH-Raum. Alexander Schmid hat die Real Estate Lounge zu einem der größten Immobiliennetzwerke Deutschlands gemacht und das ohne Budget, ohne klassische Agentur und ohne jemals an eine schnelle Monetarisierung zu denken. In Episode 57 des Unternehmer Macher Podcasts spricht er darüber, wie er vom frustrierten Angestellten zum Netzwerker Nummer 1 der Branche wurde, warum er ein Jahr lang auf Weltreise ging und was die meisten Menschen beim Netzwerken katastrophal falsch machen.
Alexander Schmid ist Architekt, Geschäftsführer der IRECC GmbH in München und Gründer der Real Estate Lounge, einem Immobiliennetzwerk mit rund 8.000 aktiven Mitgliedern und 18.000 Newsletter-Abonnenten. Seit über 20 Jahren ist er in der Immobilienbranche unterwegs, hat Immobilienmanagement studiert und betreibt mit seinem Podcast Real Estate Lounge - Interviewzone eine feste Größe für Investoren, Projektentwickler und Bauträger im deutschsprachigen Raum.
Nebenbei war er mehrfach Deutscher Meister und Team-Europameister im Fechten, spricht vier Kinder eigen, lebt mit seiner Frau in München und coacht heute andere Unternehmer dabei, ihre eigenen Podcasts aufzubauen. Dieser mehrschichtige Hintergrund, Architekt, Sportler, Netzwerker, Podcaster, ist genau das, was sein Gespräch mit Christoph Lindemann so wertvoll macht: Alexander sieht den Immobilienmarkt aus Blickwinkeln, die die meisten Investoren nie einnehmen.
Alexander Schmids Weg in die Selbstständigkeit war alles andere als geradlinig. Nach dem Architekturstudium startete er 2005 in einem ausgetrockneten Markt, verschickte 100 Bewerbungsmappen und bekam keinen einzigen Job. Am Ende klopfte er persönlich bei Architekturbüros an und arbeitete für 16 Euro die Stunde als externer Mitarbeiter. Sieben Jahre hat er als Architekt gearbeitet, dann kam der Frustmoment.
„Identifikation ist die Mutter der Motivation.“ Diesen Satz hat Alexander auf der Messe Expo Real in München gehört. Ein Professor hielt einen Vortrag und Alexander saugte diesen einen Gedanken auf wie ein Schwamm. Zwei Tage später hatte er gekündigt und eine langjährige Beziehung beendet. Kurz darauf ging er ein Jahr lang auf Weltreise. Südafrika, Dubai, Indien, Nepal, Vietnam, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Australien, Fidschi, Kalifornien, Florida, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Panama. Seine Lieblingsziele: Vietnam und Kolumbien.
„Wenn du dich mit deinem Job identifizierst, fühlt es sich nicht wie Arbeit an“, sagt Alexander. „Und wenn es sich nicht wie Arbeit anfühlt, arbeitest du viel. Du wirst automatisch gut. Und wenn du gut wirst, verdienst du automatisch Geld.“ Für Alexander war die Weltreise kein Urlaub, sondern eine radikale Suche nach sich selbst. Das Ergebnis: Als er zurück nach München kam, wusste er, dass er Unternehmer sein will. Ohne Kunden, ohne Netzwerk, ohne Plan. Nur mit dem Willen, sein eigenes Ding zu machen.
Die erste Phase als Solo-Selbstständiger war brutal. Alexander telefonierte sich durch eine Liste aller Immobilienbestandshalter in München. Keiner wollte mit ihm arbeiten. Seine früheren Auftraggeber hatten nicht ihn gebucht, sondern das große Unternehmen, für das er gearbeitet hatte. Die ersten Aufträge bekam er über einen Freund, der ihn zum Mittagessen mit potenziellen Kunden mitnahm.
Genau in diesem Mittagessen lag der Keim der Real Estate Lounge. Alexander fragte sich: Wie kann ich das skalieren? Wie treffe ich strukturiert neue Kontakte? Also startete er einen Immobilienstammtisch in München. Beamer, Leinwand, Häppchen, Livemusik, Vorträge. Das Format kam so gut an, dass andere Leute es in ihren Städten nachbauen wollten. Heute gibt es die Real Estate Lounge in 20 bis 30 Städten im DACH-Raum. Alexander war noch nicht mal an allen Standorten selbst, die wachsen teilweise komplett ohne ihn.
Interessant ist seine ehrliche Einsicht: Direkte Monetarisierung hat er aufgegeben. „Mitgliedsbeiträge von 20 Euro bringen dich nicht weiter“, sagt er. „Und wenn die Leute zahlen müssen, kommen sie nicht mehr, dann wächst dein Netzwerk nicht.“ Das Business kommt stattdessen über indirekte Hebel: Sichtbarkeit, Positionierung, Auftragsgewinnung und heute der Podcast. Ein unbequemes aber extrem wertvolles Learning für alle, die Netzwerke als reines Geldmodell starten wollen.
Der wichtigste Teil des Gesprächs ist vielleicht Alexanders Anleitung, wie man Netzwerke wirklich strategisch nutzt. Seine These: 99 Prozent der Menschen gehen auf Events und verpulvern ihre Energie. Sie stehen sich an den Tresen, reden mit wildfremden Leuten und merken erst nach zehn Minuten, dass der Gegenüber nicht ihre Zielgruppe ist. Am Ende nehmen sie keinen einzigen Auftrag mit nach Hause und sagen dann: „Netzwerken funktioniert nicht.“
Bevor du überhaupt zum Event gehst, musst du wissen, wo du hinwillst. Alexander vergleicht es mit dem Navi im Auto. Wenn du kein Ziel eingibst, kommst du nirgendwo an. Also: Welches Business-Ziel verfolgst du? Welche Kontakte bringen dich diesem Ziel näher?
Viele Events veröffentlichen ihre Gästeliste auf LinkedIn oder über eigene Plattformen. Alexander empfiehlt, die Liste vorher durchzuarbeiten, die wichtigsten Menschen zu identifizieren und sie aktiv anzuschreiben. Zwei bis drei Sätze reichen: „Ich sehe, du bist auch da. Ich habe eine coole Idee für dich. Lass uns um 20 Uhr an der Bar treffen.“ Fertig. Du betrittst das Event mit einem Termin in der Tasche und weißt schon, mit wem du sprichst.
Standortleiter und Speaker sind meistens die VIPs eines Events. Sie haben die besten Kontakte und etwas zu sagen. Schreib Speaker vor dem Event an, lob ihren Vortrag und frag nach einem kurzen Austausch. Schon hast du Zugang zu Menschen, die andere wochenlang jagen.
Die größte Falle: Menschen gehen auf Events, um sich zu verkaufen. Alexander sagt: Vergiss das. „Die Menschen kaufen von Menschen. Die wollen wissen, wer du bist.“ Introvertierte sind beim Netzwerken oft sogar im Vorteil, weil sie zuhören können. Und nur wer zuhört, versteht, was der andere wirklich braucht. Erst im zweiten Schritt, beim Mittagessen oder Follow-up, kommt das Business ins Spiel.
Ein Thema, bei dem Alexander selbstkritisch wird: Sein eigenes Pricing. Lange Zeit hat er sich unter Wert verkauft. „Die Frage, was ist deine Leistung wert, da war ich immer viel zu vorsichtig“, sagt er. Erst durch ein externes Coaching lernte er, dass er das Zehnfache verlangen kann. „Er hat mir einfach gesagt: Das ist möglich. Du musst es dir nur zutrauen.“
Alexanders Analogie: Eine Handtasche kann 50 Euro kosten oder 50.000 Euro. Beide Preise existieren. Aber wer sich selbst nicht vorstellen kann, dass seine Leistung das hohe Niveau wert ist, wird sie auch nie zu diesem Preis anbieten. Das ist ein Glaubenssatz, der unzählige Selbstständige ausbremst, jeden Tag.
Sein zweiter großer Fehler: Zu viel selbst gemacht. Freie Software statt bezahlter Tools. Videoschnitt in Eigenregie. Jede Aufgabe am Körper. „Das war rein aus Geiz“, gibt er offen zu. Heute weiß er: Der Engpass jedes Unternehmers ist Zeit. Und Zeit kauft man sich über Software, Mitarbeiter und bezahlte Tools zurück. Erst dann wird aus dem Selbstständigen ein Unternehmer.
Alexander hat mit seinem eigenen Podcast und seinem Coaching-Angebot einen klaren Blick auf das Medium. Eine seiner wichtigsten Zahlen: Studien zeigen, dass sich ein potenzieller Kunde im Schnitt siebeneinhalb Stunden mit einem Unternehmen beschäftigt, bevor er ein hochwertiges Produkt kauft. Webseite, Instagram, Telefonat, Angebot. Diese Zeit kannst du mit einem einzigen Podcast-Interview komprimieren.
„Stell dir vor, 5.000 Leute sitzen um dich herum und hören dir anderthalb Stunden zu“, sagt Alexander. „Welchen Impact hat das?“ Ein Reel auf Instagram ist dagegen wie ein kleines Hämmerchen: Es schafft Sichtbarkeit, aber kein Vertrauen. Ein Podcast kann Einwände auflösen, Wissen vermitteln und emotionale Verbindung aufbauen. Deshalb coacht Alexander heute Unternehmer dabei, Podcasts strategisch als Verkaufskanal zu nutzen. Wer in die Immobilien- oder Finanzwelt will und noch überlegt, ob sich das lohnt, findet viele weitere Perspektiven in
Als Architekt mit 20 Jahren Brancheneinblick hat Alexander eine klare Meinung zum aktuellen Markt. Seine wichtigste Unterscheidung: Willst du aktiv investieren oder passiv Vermögen aufbauen? Fix & Flip und Kurzzeitvermietung sieht er nicht als Investment, sondern als Job. Wer wirklich passiv investieren will, sollte sich Mehrfamilienhäuser oder Kapitalanlage-Immobilien anschauen. Viele Unternehmer investieren zu viel in eine einzelne Immobilie, warnt er. Eine Ähnliche Perspektive liefert Michael Faulstichs Episode zu Münchner Kapitalanlage-Immobilien, in der es ebenfalls um den Münchner Markt und Marktführerschaft im Investment-Bereich geht.
Alexander selbst ist aktuell vorsichtig: Er hat seine Aktien und sein Gold verkauft und sitzt in Cash. Ukraine-Krieg, Iran-Eskalation, Taiwan-Risiko, die KI-Disruption der Büromärkte. „Ich glaube, man muss sein Pulver trocken haben“, sagt er. Wohnen funktioniere aber immer. Wer trotzdem in Immobilien investieren will, sollte sich einen Profi an die Seite holen, der die Finanzen genauso plant wie ein Architekt das Gebäude. Wer sich für Eigenbestand und langfristiges Vermögen durch Immobilien interessiert, bekommt auch in Timotheus Künzels Episode zu Immobilien-Eigenbestand spannende Einblicke aus der Praxis eines Immobilien-Investors und Podcasters.
Das erste große Learning: Identifikation schlägt Motivation. Wer sein Ding findet, muss sich nicht mehr selbst antreiben. Die Arbeit treibt einen an. Wer morgens keine Lust auf seinen Job hat, sollte den Satz ernst nehmen: Change it, love it or leave it. Es gibt kein viertes Feld.
Das zweite Learning: Netzwerken ist kein Zufall, sondern Strategie. Wer vorher nicht weiß, wohin er will und mit wem er sprechen muss, hat auf Events nichts verloren. Der einfachste Hebel ist die Gästeliste, gefolgt von persönlichen Nachrichten an Speaker und Veranstalter. Alexander sagt, das machen 99 Prozent nicht. Und genau deshalb funktioniert es.
Das dritte Learning: Monetarisierung von Netzwerken ist schwer, aber die indirekten Hebel sind massiv. Mitgliedsbeiträge lösen meist mehr Probleme aus, als sie lösen. Sichtbarkeit, Positionierung und strategische Kooperationen bringen langfristig mehr.
Das vierte Learning: Der Unterschied zwischen Selbstständigem und Unternehmer ist Zeit. Wer Zeit gegen Geld tauscht, bleibt Selbstständiger. Erst wer Systeme, Software und Mitarbeiter einsetzt, um sich selbst aus dem operativen Geschäft zu nehmen, wird zum Unternehmer. Alexander hat diesen Schritt lange aufgeschoben, weil er geizig war. Heute sagt er: Das war ein teurer Fehler.
Das fünfte Learning: Podcasts sind der effektivste Weg, um die siebeneinhalb Stunden Customer Journey zu komprimieren, die ein teures Produkt braucht, bevor es gekauft wird. Wer sich positionieren will, braucht Formate, die Vertrauen aufbauen können, nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen. Wer selbst zwischen Netzwerk und Marke steht, findet auch in Michael Perkmanns Episode zu Netzwerk und Positionierung wichtige Impulse dazu, wie man im Immobilienmarkt über die eigene Marke wirkt.
Alexander Schmid ist der seltene Typ Unternehmer, der seine Lehren nicht in Floskeln verpackt, sondern in konkreten Schritten weitergibt. Er zeigt, wie man aus dem Nichts ein Netzwerk mit 8.000 Menschen baut, warum die meisten Menschen auf Events ihre Energie verschwenden, und wie der Switch vom Angestellten zum echten Unternehmer funktioniert. Wenn du jemals das Gefühl hattest, dass da noch mehr im Leben sein muss, dann ist diese Episode dein Weckruf. Jetzt reinhören und mitschreiben.
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